20. April: Sonderausstellung Klötzlewelten

Dornier Museum Friedrichshafen: Eckig, klein und bunt – das sind die Steine, aus denen ganze Welten entstehen können. Die Faszination für die Kunststoffbauteile ist seit ihrer Erfindung vor 70 Jahren ungebrochen und die Leidenschaft, mit den Steinchen eigene Welten zu formen, verbindet Generationen. Längst ist es keine Seltenheit mehr, dass Erwachsene sich einen kleinen Traum erfüllen und ein neues Bauset im Spielwarenhandel erwerben – für sich selbst, versteht sich.

Besucher entdecken beeindruckende Bauwerke und Fahrzeuge aus der Welt der Luft- und Raumfahrt und bestaunen die Baukunst der Klötzlebauer. Dass Mitmachen und Ausprobieren hier ausdrücklich erlaubt ist, versteht sich im größten Technikmuseum am Bodensee von selbst. Vom Kleinkind bis zum Großvater kann jeder nach Herzenslust konstruieren. In einem bunten Begleitprogramm können Kinder, Jugendliche und Erwachsene Kniffe und Tricks von echten Lego-Profis erlernen. Da Lego und das Star Wars-Imperium eng verbunden sind, können sich auch Star Wars-Fans auf einige Besonderheiten freuen.
Eine LEGO-Ausstellung mit dem Schwerpunkt „Luft und Raumfahrt“ – da waren auch die Klötzlebauer aus Ulm begeistert. Und so haben sie in den letzten Monaten viele neue Modelle erdacht und gebaut. Neben vielen Flugzeug-Modellen, Flughäfen, einem riesigen Space-Shuttle und einer Mars-Landschaft zeigen sie auch ältere Modelle aus dem LEGO Sortiment zum Thema Raumfahrt. „Selbst die Mädchen aus der LEGO „Friends“-Serie werden sich in die Lüfte erheben. Und auf Knopfdruck werden sich einige Modelle auch bewegen“, verspricht Volker Beker von den Klötzlebauern.
Dass man mit den LEGO-Steinen nicht nur spielen kann, beweisen die Klötzlebauer ebenfalls. Neben teilweise 60 Jahre alten Original-Modellen zeigen sie viele Eigenkreationen, die in oft tagelanger Tüftelarbeit entstanden sind.

Begleitprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Mitmachen, Spaß und selbst ausprobieren stehen beim bunten Begleitprogramm der Ausstellung an vorderster Stelle. Neben einem Spielbereich für Kinder und einer großen LEGO-Ecke mit tausenden Bausteinen, an denen Besucher eigene Modelle bauen können, werden auch Mitmachangebote und Workshops angeboten. Die Klötzlebauer bieten an zwei Wochenenden Workshops für Kinder ab 6 Jahren an, bei diesen unter Anleitung tolle Modelle entstehen. Sonntags ab 14 Uhr verwandelt sich das Do.labor in ein Kino. Hier werden die beliebten LEGO-Animationsfilme gezeigt.
Die Sonderausstellung ist während den Öffnungszeiten des Dornier Museums (Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr) zu besichtigen.
www.dorniermuseum.de

bis 3. Mai: Wald. Wolf. Wildnis.

Die Rückkehr des Wolfs in unsere Wälder ist aktuell in aller Munde und lässt so manchen erschaudern. Laut einem Bericht des Bundesamtes für Naturschutz sollen aktuell mehr als 100 Rudel in Deutschland leben. Eigentlich ist das ein positives Zeichen eines sich erholenden Ökosystems. Doch die Vorstellungen von der blutrünstigen und hinterlistigen Bestie scheinen tief in uns verwurzelt.

 

Wie kaum ein anderes Tier ist der Wolf Sinnbild für das Wilde, das nicht domestiziert und damit unberechenbar und gefährlich ist. Gleichzeitig dienen Darstellungen des freiheitsliebenden Tieres als Projektionsfläche für eine Sehnsucht nach der Rückkehr zu einem natürlichen Urzustand, in dem sich unberührte Wildnis und menschliche Zivilisation gleichwertig gegenüberstehen.
Das ambivalente Bild, das unsere Vorstellungen vom Wolf und der Wildnis prägt, ist Anlass für die Ausstellung im Museum Villa Rot. Initiiert von der Malerin Gisela Krohn möchte die Schau einen positiven Blick auf das Mensch-Tier-Verhältnis werfen.
Hierzu stellten die Kuratoren rund 100 Werke von 22 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern, Designerinnen und Spieleentwickler zusammen, welche die verschiedenen Aspekte
des Themas aufzeigen. Darunter finden sich fantastische Gemälde der Natur des kirgisischen Künstlers Nashun Nashunbatu, geheimnisvolle Fotografien von Stephan Reusse, ein filmischer Beitrag von Jonas Brinker, Wölfe aus Staub der Pariser Metro von Lionel Sabatté, Halsketten aus Wolfszähnen von Babette Boucher oder farbenreiche Wolfsgemälde von Isabelle Dutoit.
Das Museum ergänzt die Schau mit einem umfangreichen Begleitprogramm. Ein Highlight hierbei sind die „Wolfstage“, am 14. und 15. März, die mit Vorträgen von Dr. Charlotte Kämpf und Gudrun Pflüger, Kinderworkshops und Führungen zusätzliche Impulse liefern.

Mit Werken von
Shaarbek Amankul / Alexandra Bart / Babette Boucher / Jonas Brinker / Mark Dion / Isabelle Dutoit / Tanja Fender / Jana Francke / Malgosia Jankowska / Astrid Köhler / Gisela Krohn / Moritz Krohn / Werner Liebmann / Jarek Lustych / Irmela Maier / Nashun Nashunbatu / Barbara Quandt / Miriam Vlaming / Stephan Reusse / Lionel Sabatté / Igor Sacharow-Ross / Kiki Smith

Noch bis 1. Juni: DUCKOMENTA - ENT(E)LICH in Oberschwaben!

Kloster Schussenried: In der Wanderausstellung gibt es bekannte Werke der Kunstgeschichte zu bewundern – in Entengestalt.

Was wäre, wenn sich parallel zur Menschheit und gänzlich unentdeckt eine Enten-Zivilisation entwickelt hätte? Dieser amüsanten und nicht ganz ernst gemeinten Fragestellung geht die neue Sonderausstellung DUCKOMENTA im Kloster Schussenried nach.

Seit 1986 lädt die Kulturaustellung DUCKOMENTA ein zu einer Entdeckungsreise der besonderen Art.
Hervorgegangen aus einem Kunsthochschul-Seminar entwickelte sich die DUCKOMENTA zu einem Publikumsmagneten, der insgesamt knapp 500 Werke umfasst und bereits mehr als 2 Millionen Menschen erreicht hat. Geleitet wird sie vom emeritierten Kunstsoziologie-Professor Eckhart Bauer, zu den Aktiven gehören Anke Doepner, Professor Volker Schönwart, Rüdiger Stanko und Ommo Wille.

Der Besucher lernt in der Austellung die Geschichte und die Kunst einer mysteriösen Entensippe, genannt die "interDucks", kennen. Unterhaltsam und spielerisch nehmen sie die Besucher mit zu den Höhepunkten der Kunstgeschichte; von der Felsbildmalerei durch die Hochkulturen der Antike bis hin zu Meisterwerken der Moderne.
Von Dötzi bis Duckfretete, von Mona Lisa bis Elvis Duckley präsentiert die Ausstellung im Kloster rund 270 Werke und Porträts großer Meister und Persönlichkeiten in frechen Neuinterpretationen.
Hier sind wichtige Namen der Geschichte, von Leonardo und Napoleon bis van Gogh und Einstein im Federkleid vereint. Aber auch vor den Ikonen des 20. Jahrhunderts wie Picasso, Lenin, Marilyn Monroe und dem Bauhaus macht die Verfremdung nicht Halt. So wird die Ausstellung etwas für die ganze Familie: Die Kleinsten erfreuen sich an den lustigen Enten-Bildnissen und die Erwachsenen können miträtseln, welches berühmte Kunstwerk gerade persifliert wird.

Bei allen Besuchern steht vor allem der interaktive Teil der Ausstellung hoch im Kurs. Um sich vorstellen zu können, wie man selbst im Entenuniversum aussehen würde, haben sich die Künstler etwas Besonderes einfallen lassen; Der schräge Blick auf das geschnäbelte Spiegelbild ist ein großer Spaß, der den Ausstellungsraum oft mit Gelächter erfüllt.

Die Ausstellung umfasst Installationen, Gemälde, Zeichnungen und Gegenstände, die so täuschend echt wirken, als hätte es tatsächlich eine Enten-Zivilisation gegeben. Auch wenn bei den Exponaten immer augenzwinkernder Humor mitschwingt, kann man ihnen ihren künstlerischen Wert nicht absprechen. Alle Werke sind nicht einfach am Computer entstanden, sondern echte Malerei und Bildhauerei. 

www.kloster-schussenried.de

Öffnungszeiten
01.03.2020 – 31.03.2020: Sa, So und Feiertage: 12 – 17 Uhr
01.04.2020 – 01.06.2020: Di – Fr: 10 – 13 Uhr und 14 – 17 Uhr
Sa, So und Feiertage: 10 – 17 Uhr

bis 13. Mai: Vernetzung der Welt

Zeppelin Museum Friedrichshafen: 1919 wurde der Atlantik erstmals ohne Zwischenstopp überquert. Den Wettkampf der Systeme gewann die Vickers Vimy mit John Alcock und Arthur Whitten Brown knapp vor dem Luftschiff R 34. Die dramatische Geschichte von technischen und witterungsbedingten Problemen, einem blinden Passagier und einer Katze an Bord, wird anhand eines interaktiven, drei Meter langen Schnittmodells wie in einem Diorama erzählt.

Ein Highlight der Ausstellung ist die älteste vollständig erhaltene Gondel des Marineluftschiffs L 30, das praktisch baugleich zu R 34 war. Die Gondel wird erstmals das Royal Museum of the Armed Forces and Military History in Brüssel verlassen und an ein Museum ausgeliehen. Die Ausstellung nimmt sowohl die Entwicklungen des Konkurrenzsystems Flugzeug in den Blick, als auch die ambitionierten Großluftschiffprojekte in Großbritannien. Südmail hat einen Briefkasten in der Ausstellung „Vernetzung der Welt“ aufgestellt. Es gibt vier Ausstellungsmotive als Postkarten, die bereits frankiert sind. An einem Tisch innerhalb der Ausstellung können die BesucherInnen kostenfrei eine Karte in die ganze Welt schicken – und somit den Titel der Ausstellung wieder aufgreifen.
www.zeppelin-museum.de

Bis 7. Juni: SOPHIE CALLE WAS BLEIBT

Kunst Museum Ravensburg: Öffentliche Vernissage: 6. März um 19 Uhr

Die Einzelausstellung »WAS BLEIBT« im Kunstmuseum Ravensburg zeigt mit sechs Werkserien nach fünfzehn Jahren eine der umfangreichsten Werkschauen der französischen Konzeptkünstlerin Sophie Calle (*1953) in Deutschland. Sophie Calle zählt zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart, bereits in den frühen 1980er–Jahren wurde sie durch ihre Kombinationen von fotografischem Bild und Text bekannt.

An erster Stelle ist sie eine virtuose Erzählerin: Ihre präzise inszenierten Gegenüberstellungen von Fotografie und Text thematisieren sowohl das eigene Leben als auch das der Anderen und machen weder vor der persönlichen noch vor der fremden Intimsphäre Halt. Calles Werke sind Dokument und Erfindung, Wirklichkeit und Fiktion zugleich. Anhand von existentiellen Themen wie Blindheit, Liebe, Verlust, Trauer und Geschichtskultur rückt die Ausstellung das Abwesende und dessen Weiterleben in der Erinnerung in den Mittelpunkt.

An was erinnern wir uns? Wie zuverlässig sind Erinnerungen, und welche Formen nehmen sie an? In »Detachment« (Die Entfernung) (1996) fängt Sophie Calle die unterschiedlichsten Erinnerungen an entfernte Denkmäler aus der DDR Zeit in Berlin ein und macht sich auf die Suche nach den Spuren, die die politischen Umwälzungen nach der Wiedervereinigung hinterlassen haben. Ausgangspunkt von »La Dernière Image« (Das letzte Bild) (2010) und »Les Aveugles« (Die Blinden) (1986) ist die Befragung von im Laufe ihres Lebens blind Gewordenen nach ihrer Erinnerung an das letzte Bild, das sie sahen, oder von blind Geborenen nach ihrer Vorstellung von Schönheit. Im ersten Moment mag es widersinnig erscheinen, Blinde zu etwas zu befragen, bei dem man gemeinhin davon ausgeht, dass es gesehen werden muss, um wahrgenommen zu werden. Calle zeigt S/W-Porträts der Blinden, überführt deren Aussagen in kurze Texte und lässt die fotografischen Aufnahmen als Stellvertreter für die beschriebenen mentalen Bilder fungieren.

Parallel zur Ausstellung Sophie Calles wird im Erdgeschoss eine Präsentation expressionistischer Werke aus der Sammlung Selinka u. a. mit Werken von Gabriele Münter und Max Pechstein unter dem thematischen Schwerpunkt »Lebensgefühl Landschaft« präsentiert.
www.kunstmuseum-ravensburg.de

 

Veranstaltungshighlight im März: Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr: gemeinsamer Ausstellungsrundgang mit Thomas Seelig, dem Leiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang in Essen, und Ute Stuffer, der Direktorin des Kunstmuseums (pro Person 5 € zzgl. Eintritt, Anmeldung: 0751 82812 (vormittags) oder unter kunstmuseum@ravensburg.de).