Kostenfreie für eine Kinderausstellung

Kunstmuseum Ravensburg: Ausgehend von den farbigen Druckgrafiken des Künstlers Corneille (1922-2010) wird ein Ausstellungsprojekt mit Kindern im Sammlungsraum des Museums umgesetzt.

In zwei kostenfreien Workshops während der Sommerferien nähern sich die Kinder spielerisch und altersgerecht der Kunst, um anschließend selbst kreativ zu arbeiten. Die Angebote für Kinder wurden von pädagogisch ausgebildeten Kunstvermittlern, ausgehend von Corneilles großem Thema dem Garten mit seinen vielfältigen Pflanzenformen und Tiergestalten, entwickelt. Die Ergebnisse der Kinder werden gemeinsam mit den Werken des Künstlers Corneille im Sammlungsraum des Museums für die Dauer der Herbstausstellung präsentiert.
Workshop 1: Malen, Drucken und Gestalten mit Margret Ziesel
Dienstag, 18.8., Mittwoch, 19.8. und Donnerstag, 20.8., 15 bis 17 Uhr
Workshop 2: Filmworkshop mit Pat Geddert
Termine: Freitag, 21.8. und Samstag, 22.8., 11 bis 17 Uhr
Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine verbindliche Anmeldung zu den Workshops erforderlich, unter: kunstmuseum@ravensburg.de oder Montag bis Freitag 0751 82812.
www.kunstmuseum-ravensburg.de

Die Kunst des Sammelns - Sommerausstellung in Bregenz


Im Juli wurde im Palais Thurn & Taxis in Bregenz die diesjährige Sommerausstellung der Vorarlberger Landeshauptstadt eröffnet. Unter dem Titel „Die Kunst des Sammelns“ wird erstmals die Städtische Kunstsammlung geschlossen vorgestellt und ihre Geschichte in den Fokus gerückt.


Die Sammlung umfasst mittlerweile rund 1.500 Exponate. Zu sehen sind insgesamt 94 ausgewählte Werke von 38 Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Stilrichtungen, Schulen und Epochen. Die Ausstellung läuft noch bis 30. August, und zwar dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Im Erdgeschoss des Hauses begegnen große und international bedeutende Namen wie Hermann Nitsch, Maria Lassnig, Bruno Gironcoli oder Angelika Kaufmann Kunstschaffenden aus Bregenz und der Region und verweisen auf die Vielfalt und Wichtigkeit der Sammlung. Das erste Obergeschoss ist Bregenz und seinen Kunstschaffenden gewidmet. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Rudolf Wacker-Raum, etwa mit seinen Selbstbildnissen sowie Arbeiten mit seinen „Puppen“ und dem „Kasperl“. Die Sommerausstellung selbst spannt ihren Bogen vom Palais hinaus in den umliegenden Park. Dort stehen die kürzlich angekauften Kunstwerke: Das Kunstobjekt „WHY“ des Bregenzer Künstlerduos Reiterer-Weithas, Maria Anwanders „UNITED“ und die Arbeit „OHNE TITEL“ von Ruben Aubrecht. Die Künstlerin Ilse Aberer hat in den letzten Monaten eine neue Arbeit geschaffen. Diese Stahlplastik „ONE POINT“ wurde von der Stadt Bregenz ebenso kürzlich neu erworben und steht nun dauerhaft im Park Thurn und
Begleitend zur Sommerausstellung lädt Bregenz zu einer Reihe von kleineren Veranstaltungen und ungewöhnlichen Formaten im Park Thurn und Taxis ein, wie etwa die „Kunstspaziergänge“, die neue Sommerakademie mit Vorträgen und Diskussionen über Kunst, Philosophie und Politik oder die kleinen Aufführungen der regionalen Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Musik, Tanz und Literatur. 
https://www.bregenz.gv.at/kultur/sommerausstellung/.

bis 7. Februar: Die 1920er in Meersburg – Vision einer besseren Zukunft?

Ausstellungssaal des vineum bodensee, Meersburg: „Die Landstraßen sind viel zu schmal. Das zeigt sich immer mehr, da der zunehmende Verkehr mit großen und kleinen Kraftwagen immer größer wird und in einigen Jahren wohl ein Verkehrsbild hervorruft, an das wir heute noch nicht einmal denken.“

Das spricht der Bürgermeister von Meersburg – nicht heute, sondern im Jahr 1925. Eine Aussage, die knapp 100 Jahre später nichts an Aktualität verloren hat. So zieht die große Sonderausstellung im vineum bodensee viele Parallelen zu einem vergangenen Jahrzehnt, das gerade zum Gruseln aktuell zu werden scheint. Die Schau im modernen Ausstellungssaal des historischen Dachstuhls im vineum bodensee zeigt anschaulich, wie die große Welt im kleinen Meersburg ihren Niederschlag fand: Inflation, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit waren alltagsbeherrschend. Meersburger Frisöre schnitten den Bubikopf und mit Harriet Straub und Kasia von Szadurska lebten zwei emanzipierte, selbsbewusste und moderne Frauen in der Stadt. Mit der Einrichtung der Fährverbindung wurde ein technischer Traum Wirklichkeit und der Zeppelin gehörte fast schon zum Alltagsbild.

Als eines der Highlights der Ausstellung kann man das erste SABA-Radio bewundern, das 1928 auf den Markt gebracht wurde, einen Verstärker Hann 28, und eine kleine Modell-Autosammlung zeigt die Anfänge der privaten Autolust. Natürlich spielen die Themen Mode und Sport eine wichtige Rolle – Schützenscheiben vom Künstler Waldemar Flaig illustriert und ein Heimtrainer des gut situierten Haushaltes von 1927 verdeutlichen dies. Für Meersburg darf natürlich der „Fremdenverkehr“ nicht fehlen. Ein Werbefilm von 1929 – einer der Schätze des Meersburger Stadtarchivs – wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und eröffnet u.a. spektakuläre Blicke aus einer DO-X hinein in eine vergangene Zeit. Im Mai 2020 hinterließ einer der Söhne der expressionistischen Malerin Kasia von Szadurska der Stadt Meersburg acht Bilder für die Städtische Sammlung. Vier von Ihnen werden nun der Öffentlichkeit am Ort ihrer Entstehung gezeigt.

Ton, Bild, Installation, Inszenierung bis in den 10 m hohen Dachfirst hinein und ein nachdenklich stimmender, theatraler Moment am Ende des Rundgangs lassen die Besucherinnen und Besucher eintauchen in eine vergangene und dennoch vertraute Zeit.
www.vineum-bodensee.de

Fotos: Falk von Traubenberg

27. September bis 22 November: „Der Mensch in Linolschnitt und Skulptur“

Linoldruck von Manfred Alex-Lambrinos und Keramik-Skulpturen aus dem Holzkohlebrand von Peter Wichmann: Die Ausstellung „Der Mensch in Linolschnitt und Skulptur“ wendet sich einem der ältesten Themen der menschlichen Kuturgeschichte zu.


In einem facettenreichen Werk zeigt Manfred Alex-Lambrinos Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen und aus den Kulturen unserer Erde. Linoldruck, der in einer feinen Abstufung von sehr detailgetreu bis zur grob scherenschnittartigen Reduktion variiert, schafft einen starken Focus auf Typ, Charakter und Situation der dargestellten Person.

Menschen, statuenhaft wie auch in verhaltener oder dynamischer Interaktion dargestellt, als eher grob gearbeitete archaisch wirkende Arbeiten mit den urigen Keramik-Strukturen aus dem Holzkohlebrand – Peter Wichmann variiert von „aus dem Leben gegriffen“ bis zum mythisch und symbolhaft veränderten Menschenbild.

Eröffnung am 27.September, von 14 bis 19 Uhr: Die Künstler sind anwesend. Gespräche und Verweilen bei Snack, Kaffee und Kuchen.

Die Ausstellung ist bis Sonntag 22. November zu sehen.

www.galerie-peregrinus.de

Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch

Prominenter Besuch bei Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn
Mit der Sonderausstellung „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“ zeigt das Lindauer Kunstmuseum in diesem Jahr Werke von Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn. Trotz der aktuellen Einschränkungen ist der Besucherzustrom groß und die Resonanz sehr positiv.

Unter den Besuchern waren auch schon ganz prominente Gäste: Zwei Enkel von Otto Modersohn: Antje Modersohn und Prof. Johannes Modersohn haben die Ausstellung besucht und zeigten sich begeistert von der Präsentation in Lindau. Antje Modersohn, die gemeinsam mit Ihrem Mann Rainer Noeres in Fischerhude (bei Bremen) das Otto Modersohn Museum leitet und außerdem Vorstandsmitglied der der Paula Modersohn-Becker Stiftung ist, war vor allem beeindruckt von der Leidenschaft, mit der das Werk von Paula und Otto in Lindau präsentiert wird.
Das Lindauer Kunstmuseum zeigt insgesamt 50 Werke von Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und Otto Modersohn (1865-1943), dem bedeutendsten deutschen Künstlerpaar des frühen 20. Jahrhunderts und führt das faszinierende Thema von Liebe und Kunst im Aufbruch zur Moderne vor Augen. So illustriert die Ausstellung eindrucksvoll, wie es den beiden in der Kunst und im Leben immer wieder gelang, den unvermeidlichen, den Umständen der Zeit geschuldeten Herausforderungen mutig zu begegnen.

Im Bild: Antje Modersohn, die Enkelin von Otto Modersohn, hat in Lindau die Ausstellung „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“ besucht und war begeistert von der Präsentation.
www.kultur-lindau.de