30. Mai bis 2. Juni: 9. Kunstmarkt

Kressbronn am Landungssteg: Dieses Jahr findet zum neunten Mal der inzwischen international bekannte Kunstmarkt in Kressbronn, im Seegarten beim Landungssteg, statt.

Es werden über 60 Künstler aus ganz Deutschland und sogar aus Frankreich ihre selbst hergestellten Waren zum Verkauf, an der Seepromenade im Seegarten, anbieten. Töpferwaren, verschiedenste Arten von Schmuck, Korbmacher, Besenmacher, Skulpturen aus Stein und Metall, Windspiele, Drechsler, Naturseifen, Lodenwaren, Bilder und Gartendekorationen aus Holz und Metall sind dieses Jahr wieder mit dabei. Der Markt findet von Donnerstag 11 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag von 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, statt. Übrigens bei jeder Witterung! Der Eintritt ist frei! Veranstalter ist die Töpferei Güttinger aus Isny im Allgäu.

Bis 10. Juni: ERNST LUDWIG KIRCHNER. FANTASTISCHE FIGUREN

Kunstmuseum Ravensburg: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Mitbegründer der Künstlergemeinschaft »Brücke«, zählt heute zu den bekanntesten deutschen Expressionisten.

Das Kunstmuseum Ravensburg präsentiert mit über 100 Werken eine Einzelausstellung, die Kirchners fantastische Figuren anhand ausgewählter Gemälde, Fotografien und zahlreicher Papierarbeiten in den Fokus stellt. In ihnen spiegeln sich nicht nur alle Perioden seines Œuvres, sondern sie stehen auch stellvertretend für seine Formensprache, Stilbildung und künstlerische Entwicklung.

Obwohl Kirchner ein meisterhafter Landschaftsmaler war, bildet die menschliche Gestalt doch immer das Zentrum seines Schaffens. Schon früh zieht es ihn in die pulsierende Metropole Berlin, wo er in exotisierten Ateliers sein Verständnis einer avantgardistischen Malerei zelebrierte, unterbrochen nur von eskapistischen Ausflügen in die Natur. Als Inspirationsquelle dienten ihm Ethnologische Museen und Modelle am Rande der strengen wilhelminischen Gesellschaft, die er im Kabarett oder im Zirkus fand. Kirchner bewegt sich bewusst abseits der Konventionen akademischer Malerei. Entgegen vieler seiner Künstlerfreunde verspürte er jedoch nie den Wunsch, in unbekannte Länder zu reisen, um neue Impulse für seine künstlerischen Bestrebungen zu finden. Stattdessen verbrachte Kirchner seine Sommer an den Moritzburger Seen nahe Dresden oder auf der Ostseeinsel Fehmarn und zelebrierte mit seinen Kollegen Vorstellungen eines ursprünglichen Lebens. Mit schnellem Strich gelingt es ihm dort spielerisch, auf Papier Moment und Bewegung einzufangen. Hier offenbart sich die herausragende zeichnerische Kraft Kirchners. Anhand einiger Skizzenbücher und zahlreicher Zeichnungen verdeutlicht die Ausstellung, welch hohen Stellenwert die Papierarbeiten in Kirchners Werk einnehmen.

Nach einer schweren Nervenerkrankung und dem langwierigen Heilungsprozess nehmen die Figuren in Kirchners Werken eine eigenständige Bedeutungsebene an. In ihnen spiegelt sich das Leiden des sensiblen Malers, der mit dem von ihm beschriebenen »blutigen Karneval« des Krieges schon bald nach Ausbruch hadert und schwer erkrankt. Ab Ende 1915 folgte ein Sanatoriumsaufenthalt dem nächsten, erst im Taunus, später in Berlin und am Bodensee. Während dieser Zeit rang und kämpfte Kirchner immer wieder mit seinem Selbstbild.

Am 15. Januar 1917 bricht Kirchner zum ersten Mal nach Davos auf mit der Hoffnung auf einen positiven Einfluss der Natur und der Bergluft. In den zwanzig Jahren bis zu seinem Freitod erlebte er dort eine seiner fruchtbarsten Schaffensphasen. Besonderen Fokus setzt die Ausstellung deshalb auf Kirchners finale künstlerische Entwicklung: Das Schweizer Spätwerk Ende der 1920er Jahre offenbart Kirchners Neuerfindung als kompromissloser, progressiver Künstler, der bemüht war einer sich stetig wandelnden Welt adäquaten Ausdruck zu verleihen.

Leihgaben für die Ausstellung werden vom Kirchner Museum Davos, dem Museum Biberach und dem Lehmbruck Museum Duisburg zur Verfügung gestellt und von Werken aus der Sammlung Selinka ergänzt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Katharina Beisiegel in Zusammenarbeit mit Ute Stuffer.
Jeder, der mehr über Ernst Ludwig Kirchner, seine fantastischen Figuren und seine imaginären Reisen erfahren möchte, sollte den Vortrag »Von ›Phantasiegeschöpfen‹ und Armstuhlreisen: Ernst Ludwig Kirchner und das Fantastische« von der Kirchner-Expertin Katharina Beisiegel am 25. April, um 19 Uhr nicht verpassen.
Geöffnet
Di bis So 11 bis 18 Uhr, Do 11 bis 19 Uhr
montags geschlossen, außer feiertags
www.kunstmuseum-ravensburg.de

Bis 16. Juni: Xianwei Zhu – „Zu den Quellen“

Städtische Galerie in der Badstube, Wangen: Der seit 20 Jahren in Deutschland lebende chinesisch-stämmige Künstler Xianwei Zhu zeigt in der Städtischen Galerie In der Badstube in Wangen rund 50 Bilder mit Landschaftsmalerei.

Sie reichen vom kleinen bis zum überdimensionalen Format, bei dem es ihm um den Dialog zwischen chinesischer Tradition und deutscher Romantik geht. Es ist eine stark gestische Malerei, die trotz aller Abstraktion stets gegenständlich bleibt. Sie lässt Xianwei Zhu, den aktuellen Franz-Joseph-Spiegler-Preisträger 2018, „zu den Quellen“ zurückkehren, die sich aus Bergen, Flüssen und Bäumen speisen – bei deren Anblick der Betrachter in unendliche Weiten schaut. Info: Am Samstag, 18. Mai, um 17 Uhr gibt es eine Malperformance mit Xianwei Zhu zum Thema „Die Quelle“.

bis 16. Juni: HAP Grieshaber: Osterritt

Museum Biberach: Im April 1963 reitet der Künstler Hans Anton Paul (HAP) Grieshaber (1909-1981) auf seinem Islandpony von Reutlingen über die Schwäbische Alb bis zu seinem Geburtsort Rot an der Rot im Landkreis Biberach. Unterwegs machte er an vielen Orten Station und zeichnete.

Zurück in seinem Atelier fertigte er 39 Farbholzschnitte, seine Ehefrau Ricarda Gregor-Grieshaber verfasst dazu erläuternde Texte, die Begegnungen schildern. Die Kabinettausstellung präsentiert den so entstandenen Zyklus.
Führungen am 04.04. + 02.05. um 18.00 Uhr, am 28.04. + 12.05. um 11.15 Uhr
Begleitveranstaltung 25. April, 18.00 Uhr
„Hörbilder von der Schwäbischen Alb“ von und mit Susanne Hinkelbein
Noch bis 22. April:
„Jakob Bräckle (1897-1987). Meine einfache Landschaft“

13. April bis 30. Juni: Miriam Cahn, das genaue Hinschauen

Kunsthaus, Bregenz: Pünktlich zu Ihrem siebzigsten Geburtstag im Sommer 2019 zeigt Miriam Cahn im Kunsthaus Bregenz ihre erste große institutionelle Einzelausstellung in Österreich. Die Bilder der mehrfachen documenta-Teilnehmerin sind ebenso bedrückend wie einnehmend.


In Pastell oder Kohle zeigt sie Figuren oft formatfüllend in leeren, kaum definierten Umräumen. Die Gesichter sind schattenhaft reduziert, Augen und Münder nur Schemen. Die Körper, meist nackt, wirken verloren und geisterhaft, als würden sie von einem fluoreszierenden Licht erhellt. Selten agieren sie, dann mit verstörend vereinfachten, manchmal auch heftigen Gesten. Einsamkeit, Sexualität, Liebe, Gewalt oder Zerstörung sind die Themen. Die Schweizer Künstlerin ist von der Performancekunst der 1970er Jahre, der feministischen Kunst und der Friedensbewegung geprägt. Ihre Figuren dienen der stummen Identifikation, der Anteilnahme, dem Aufruf. Zuweilen zeigt sie die Berglandschaft des Oberengadins in schroffen Horizonten, übermächtig und erhaben. Und doch nehmen sich ihre Linien wie Stellvertreter des Menschlichen aus.
www.kunsthaus.bregenz.at