Bis 30. November: Skulpturenprojekt 'Robert Schad – Von Ort zu Ort'

Ein derart großes Kunstprojekt gab es in der Region Oberschwaben und am Bodensee noch nie: Über 60 Skulpturen des international renommierten Stahlbildhauers Robert Schad, 1953 in Ravensburg geboren, sind an mehr als 40 Orten temporär zu sehen. Das Skulpturenprojekt lädt zu einem inspirierenden Dialog zwischen Kunst, Natur und Architektur ein.

»Es führt den Betrachter zu Orten, die ich für die Region kennzeichnend und charakteristisch halte. Es sind Stationen, die geprägt sind durch ihre landschaftliche, geschichtliche, architektonische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Alles zusammen ergibt ein Mosaik, das zu einem neuen Blick auf Oberschwaben animieren soll. «, so Robert Schad.

Der Bildhauer schafft aus massivem Vierkantstahl „Zeichnungen im Raum“. Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die wie Glieder eines organischen Körpers verschweißt werden. Die zeichnerische Bewegung entfaltet sich in weiten Schwüngen und Bögen plastisch im Raum, die physische Schwere des massiven Stahls ist aufgehoben, die Skulpturen scheinen, „im Raum zu tanzen“. »Meine Skulpturen aus rostrotem massivem Vierkantstahl ziehen sich wie ein roter Faden durchs Land und bringen die unterschiedlichsten Orte in Oberschwaben in Verbindung.« Der öffentliche Raum ist kein Museum, das ist das Spannende an dem Projekt.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ist Schirmherr des Kunstprojektes, das vom Förderverein 'Freundeskreis Skulpturenprojekt Robert Schad 2019 e. V.' organisiert wurde. »Mein Anspruch ist es, denjenigen, die der Skulptur begegnen, einen Impuls zu geben, um sich auf die Reise in ihre ureigene Assoziationswelt aufzumachen«, erläutert Robert Schad die Intension seines künstlerischen Wirkens. »Ich möchte die Augen öffnen. Ich möchte, dass die Leute über sich selber und diese wunderbare Gegend hier nachdenken.« Weitere Informationen www.schad-oberschwaben-skulptur.de

11. November bis 3. Januar: Barbara Ehrmann, Echo im Fluss

Sparkassengalerie, Kreissparkasse Ravensburg: Die Ravensburger Künstlerin Barbara Ehrmann (*1962) bespielt die Kundenhalle der Kreissparkasse mit frei hängenden, großformatigen Bildfahnen, sowie Serien kleiner Bildobjekte und Zeichnungen in Wachs.

Aktuell durch das besondere körperliche und mentale Erlebnis beim Apnoetauchen inspiriert. Schwerelos Eingetaucht sein ins Urelement Wasser, ohne Atemgerät und Sauerstoffflaschen, nur mit dem eigenen Atemzug. In ihrem Ravensburger Atelier entstehen auf großen Bahnen Japanpapier archaisch anmutende grafische Kraftfelder und labile Gleichgewichtssituationen. Physisch Schweres schwebt leicht und raumlos in der Luft. Sich ausdehnende Punktestrukturen bilden Formen, die an Schwämme, Korallen oder Ströme von Luftblasen denken lassen. Schattenrissartige Bojen, Reusen oder bootsähnliche Formen driften nach oben, sinken sanft ab. Alles befindet sich im schwebenden Zustand. Alles im Fluss.

www.kreissparkasse-ravensburg.de , www.barbara-ehrmann.de

23. November bis 2. Februar: Der müde Kasperl und die Kartografie Kunstmuseum

Lindau präsentiert Stephan Huber: Das Kunstmuseum am Inselbahnhof in Lindau zeigt über die Wintermonate, vom 23. November 2019 bis zum 2. Februar 2020, erstmalig eine Sonderausstellung zur zeitgenössischen Kunst. Bergskulpturen, Kartografie, Kasperltheater – diese drei Werkgruppen sind in den letzten Jahren ins Schaffenszentrum des Künstlers Stephan Huber gerückt und werden in der Ausstellung „Der müde Kasperl und die Kartografie“ zu sehen sein.

Stephan Huber, der 1952 in Lindenberg im Landkreis Lindau geboren ist und heute in München und in Bidingen lebt und arbeitet, studierte an der Akademie der bildenden Künste in München und war dort von 2004 bis 2017 Professor für Bildhauerei. Er stellte seine Werke bereits auf der documenta 8 1987, auf der Biennale 1999 in Venedig und in zahlreichen renommierten Ausstellungshäusern aus.

In der Sonderausstellung in Lindau präsentiert Huber weiße miniaturisierte und zugleich monumentale Bergskulpturen, wie die drei großen Alpenberge Antelao, Tre Cime und Watzmann, gemeinsam mit einer Reihe kleinerer Bergstelen, den Lieblingsbergen Stephan Hubers.
Ebenso werden seine Werke der Kartografie gezeigt, die die Welt nicht abbilden, sondern interpretieren. Es werden die großen programmatischen Karten zu sehen sein ebenso wie ein zimmerfüllender Globus, der den mit den Augen des Künstlers gesehenen Zustand der Welt zeigt. Erstmalig in Deutschland zeigt das Kunstmuseum Lindau Hubers neue runde Landkarten aus den Jahren 2018 und 2019.
Drei Filme von surrealen Puppentheatern mit dem unverfälscht naiven Kasperl im komplexen Hier und Jetzt werden in Lindau vorgeführt: das Handpuppentheater „Kasperl ist krank“ sowie die zwei Marionettentheater „Leibniz Lust und Teufels Tod“ und „Love & Peace“.

Begleitend zur Ausstellung werden an den Wochenenden öffentliche Führungen angeboten:

Stephan Huber – Der müde Kasperl und die Kartografie
Kunstmuseum am Inselbahnhof, 23. November 2019 bis 2. Februar 2020
Mi – So 11 – 17 Uhr
Öffentliche Führungen: Sa und So, 14:30 Uhr

Kunstmuseum am Inselbahnhof, Maximilianstraße 52, 88131 Lindau, T. 08382 –27 47 47 850
museum@lindau.de
www.kultur-lindau.de

8. November bis 6. Januar: Kunst trifft Wohnkultur

Möbel Mayer Kempten: In Verbindung mit der Eröffnung von „Mayer´s Tischmanufaktur“ lädt die außergewöhnliche Ausstellung mit den beiden Künstlerinnen Elke Steinmann und Biggi Wolfersberger bereits zum fünften Mal zum Staunen, Entdecken und Verweilen ein. So werden in diesem Jahr neben unterschiedlichsten künstlerischen Arbeiten auch Unikate aus Holz von Reinhard Scholtissek ausgestellt, welche gleich erworben werden können.


Möbel Mayer verwandelt sich in eine Kunstgalerie, bei der sich die Ausstellungsstücke elegant in die Wohnlandschaften des Hauses einfügen. Die Kunstwerke der Künstlerin Elke Steinmann sind geprägt von ihrer tiefen Liebe zur Kreativität, die sich bei ihr von Kindes Beinen an lebensbegleitend in Malerei, Drucken und Schreiben ausdrückt. Besonders fasziniert sie das künstlerische Erwecken toter, morscher und verletzter Baumteile. Die Metamorphose von Natur zu Kunst wird dabei durch die Arbeit mit Stechbeitel und Klöppel zu einer naturphilosophischen Auseinandersetzung mit dem Leben selbst.
Die Entstehung der ausdrucksvollen oft überdimensionalen Arbeiten von Biggi Wolfersberger, die die interdisziplinäre Künstlerin selbst als „Expressionistische Seelenlandschaften“ ihrer Hochsensibilität bezeichnet, beruht auf ihre persönlichen Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart.
Mit dieser Veranstaltung möchte das Einrichtungshaus verdeutlichen, dass Einrichten, Wohnen und Leben aus mehr als nur Möbeln bestehen. Rüdiger Mayer, Geschäftsführer von möbel mayer betont: „Wohnen ist einfach mehr als nur ein Aneinanderreihen von Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Deshalb setzen wir auch in unserer Ausstellung immer wieder Akzente, die zeigen sollen, was zu einem schönen Wohnen gehört. So auch Kunstgegenstände, die sich entweder dekorativ einbinden lassen oder durch Sammlerleidenschaft einen festen Platz erfordern und durch die Einrichtung passend in Szene gesetzt werden.“

29. November bis 2. Februar: Seifensieder Hummlers Weihnachtskrippen

Weingarten: In der heutigen Karlstraße 17 „Bäckerei Hamma" "bis 1865 Untere Brodgasse" eröffnete 1845 der Seifensieder Hummler eine Seifensiederfabrik.

Die Konzession kaufte er von Seifensieder Natterer. Später erwarb er vom Posthalter und Sonnenwirt Schiele die Konzession für Koch- und Tafelsalz. Um 1880 erweiterte sein Sohn das Geschäft und nahm Toilettenartikel, Christbaumschmuck und Krippenfiguren ins Sortiment auf. Im Advent räumte er im Hintergebäude sein Lager, verhängte die Wände mit grünen Tüchern und dekorierte Krippenfiguren in verschiedenen Arten und Größen. Bis zur Geschäftsaufgabe um 1960 war dies ein Faszinosum für die Weingärtler Jugend. Viele dieser Krippen fanden ihren Weg ins Museum für Klosterkultur.

museen@weingarten-online.de