Vom 13. April bis zum 21. Juli: „Ost:Nordost. Kunst in der DDR“

Schloss Achberg zeigt bedeutende Werke aus dem Staatlichen Museum Schwerin
Ost:Nordost, das klingt nach Seefahrt. Der weite Himmel über der Ostsee lädt ein zu einer Entdeckungsreise in die DDR, die für viele in der alten Bundesrepublik aufgewachsene Menschen bis heute rätselhaft bleibt.

Dafür macht Schloss Achberg 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer vom 13. April bis zum 21. Juli seine Tore weit auf für eine der bedeutenden Sammlungen zur Kunst aus der DDR, die Werke aus dem Staatlichen Museum Schwerin.
Über Kunst aus der DDR gibt es heute jenseits ihrer ehemaligen Grenzen ein klares Bild: Das Kunstschaffen in dem „sozialistischen Staat auf deutschem Boden“ sei nie autonom gewesen. Der Staat habe Künstler herausgehoben und gefördert, aber auch umfassend kontrolliert und seinen stilistischen und inhaltlichen Vorgaben unterworfen. Bei genauem Hinsehen muss das so eindeutige Schwarz-Weiß einer Vielzahl an Grautönen weichen. Die Kunstproduktion zwischen 1945 und 1989 in der ehemaligen SBZ und in der DDR kann nicht auf den „Bitterfelder Weg“ und den Sozialistischen Realismus reduziert werden. Sie war viel facettenreicher, umfasste Stilrichtungen wie Abstraktion und Neoexpressionismus, erprobte Ausdrucksformen wie Assemblage und Mail-Art.
Präsentiert werden Werke von über 50 Künstlerinnen und Künstlern, die ihr Oeuvre größtenteils in der DDR entwickelten. Die etwa 100 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Plastiken ermöglichen einen eindrucksvollen und erhellenden Einblick in das Kunstschaffen in der DDR zwischen 1949 und 1989. Künstlerpersönlichkeiten wie Gerhard Altenbourg, Kate Diehn-Bitt, Wieland Förster, Sighard Gille, Hermann Glöckner, Lea Grundig, Waldemar Grzimek, Vera Kopetz, Otto Manigk, Wolfgang Mattheuer, Otto Niemeyer-Holstein, Uwe Pfeifer, Theodor Rosenhauer oder Volker Stelzmann stehen stellvertretend für die Spannweite und den Facettenreichtum dieser Kunst.
Öffnungszeiten:
Fr 14 bis 18 Uhr, Sa/So/Feiertage 10 bis 18 Uhr
außerhalb der Öffnungszeiten Führungen nach Vereinbarung
www.schloss-achberg.de

Bis 27. Juli: Hyun-Sook Song

Galerie Bernd Lutze, Friedrichshafen: Die Künstlerin wurde 1951 in Südkorea geboren und wuchs in einem kleinen Bergdorf in der Provinz Cholla/Damyang auf.

Ihre dortige Zukunft war vorbestimmt, da für die pausenlos arbeitenden koreanischen Frauen eine gesellschaftliche Teilnahme nicht denkbar war. Obwohl sie einen westlichen Beitrag zur Familienerhaltung leisteten, wurden sie nicht oder nur teilweise wahrgenommen. Deshalb ging sie – wie viele junge Koreanerinnen in dieser Zeit – gegen den Willen der Familie 1972 als Gastarbeiterin nach Deutschland und war 4 Jahre Krankenschwester in Bremen. In dieser Zeit wurde ihre zeichnerische Begabung entdeckt, und sie studierte von 1976 – 1981 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Ihre „figurativen“ Bilder stellen weniger Gegenstände dar, sondern die wenigen Pinselstriche, deren Zahl zum Titel der Bilder werden, sind die Malerei selbst.

noch bis 4. August: iIlustrierte Bücher

Kloster Schussenried: Bücher des 20. Jahrhunderts 1900 bis 1970Seit Erfindung des Buchdrucks werden Bücher zur Veranschaulichung und Interpretation der Textinhalte sowie zur Verschönerung und Ausschmückung der Werke mit Illustrationen versehen.

Sehr schnell entwickelte sich die Buchillustration zu einer eigenen Kunstform. Ebenso wie in der übrigen Bildenden Kunst unterlagen die Illustratoren oft den Einflüssen des politischen und gesellschaftlichen Umfeldes und waren eingebunden in die jeweiligen Kunst- und Stilrichtungen. Viele bedeutende, aber auch weniger bedeutende, heute weitestgehend vergessene Künstler widmeten sich im Laufe ihres Schaffens auch der Buchillustration.

Die Ausstellung „Illustrierte Bücher - Bücher des 20.Jahrhunderts“ widmet sich erstmalig der ganzen Bandbreite der Buchillustratoren des 20.Jahrhunderts. Die ausgestellten Bücher sollen nicht nur die stilistische Vielschichtigkeit, sondern auch das hohe Niveau der Illustrationskunst der ersten 30 Jahre des vergangenen Jahrhunderts und dessen Niedergang in den dann folgenden Jahren aufzeigen.

Die Ausstellung zeigt die volle Bandbreite der bildhaften Darstellungsmöglichkeiten: Neben Illustrationen mit stilistischen Elementen vom Jugendstil, Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit, aber auch denen der NS-Zeit und denen der 50er und 60er Jahren, sind auch Bücher mit karikierenden und abstrakten Darstellungen zu sehen.

www.kloster-schussenried.de

5. bis 28. Juli: Künstlerin Antje Seeger aus Dresden

Kunsthalle Kempten: Antje Seeger ist eine produktive und renommierte Künstlerin. Die Dresdnerin, Jahrgang 1982, europaweit gefragt, wird mit dem Stipendium der Kunsthalle Kempten gefördert. Sie überzeugte die Jury mit ihrem szenischen Konzept zu sehen ist.

Zur öffentlichen Vernissage der Kunstausstellung am Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr, sind alle Interessierten vom Kulturamt Kempten eingeladen.
„Don’t look for the Meaning“ – „Such‘ nicht nach der Bedeutung“. Der Titel auf Englisch zeigt, dass die Werke übernational sind, nicht auf Wortsprache festgelegt. Vielmehr geht es um zeitgenössische Bildsprache, Zeichensysteme und Abbildrelationen. Antje Seeger erforscht, geleitet von der Philosophie Ludwig Wittgensteins, die Wirkung von Bildern, vor allem Namen, Labels und Rollenbildern, auch das Selbstbild von Künstler bzw. Künstlerin.
In der Kunsthalle Kempten baut Seeger unter anderem ein Setting für den ganz großen Auftritt. Zentrales Element der Ausstellung ist die Installation „In einer Phase der Selbstoptimierung“, ein Werkkomplex, den sie seit fünf Jahren entwickelt. Die Ausstellungsgäste können sich an einer sieben Meter langen Sponsorenwand, auf dem roten Teppich bewegen, mit einem besonderen Gefühl des Herausgehobenseins, einer neuen Selbstwahrnehmung.
Zu sehen gibt es außerdem Fotografien, Videos und weitere Installationen. Antje Seeger arbeitet mit unterschiedlichen Medien und geht der Rolle von Kunst und Werten in der Gesellschaft nach. Ihr Arbeiten folgt zudem dem Interesse, sich mit den Produktionsbedingungen des Kunstbetriebes auseinanderzusetzen.

DON’T LOOK FOR THE MEANING
Kunsthalle Kempten
5.- 28. Juli 2019
Do und Fr 14-18 Uhr
Sa und So 12-18 Uhr
Artist Talk / Künstleringespräch: Donnerstag, 25.07., 18 Uhr
Memminger Str. 5
87439 Kempten (Allgäu)
www.kempten.de/kultur

noch bis 10. August: Kunstsphäre Alb

Villa Rot, Burgrieden-Rot:

Die Ausstellung KUNSTSPHÄRE ALB in der Städtischen Galerie vereint Werke von 14 Künstlerinnen und Künstlern, die ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt auf der Schwäbischen Alb haben. Die Schau verdeutlicht, dass die Schwäbische Alb nicht nur ein Biosphärengebiet, sondern auch eine regelrechte Kunstsphäre ist.

Die Ausstellungen möchte auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler porträtieren. Was sind die Vor- und Nachteile ländlicher Infrastrukturen und wie beeinflussen diese die künstlerische Arbeit? Neben den ausgestellten Kunstwerken finden sich in den Räumen der Städtischen Galerie Ehingen daher Antworten der Kunstschaffenden zu diesen und anderen Fragen. Ergänzt wird die Präsentation durch Fotografien von Herbert Geiger. Die Werkschau entstand aus dem Projekt inter!m – Räume des Museums Villa Rot und in Kooperation mit der Städtischen Galerie Ehingen. Mit Werken von: Jörg Bach / Moritz Baumgartl / Edgar Braig / Uwe Ernst / Hannelore Fehse / Andreas Grunert / Birte Horn / Gerold Jäggle / Roland Kappel / Norbert Klaus / Wolfgang Lumpp / Heidemarie Ziebandt / Jeanette Zippel / Helm Zirkelbach und Fotografien von Herbert Geiger.

www.villa.rot.de