bis 7. Februar: Die 1920er in Meersburg – Vision einer besseren Zukunft?

Ausstellungssaal des vineum bodensee, Meersburg: „Die Landstraßen sind viel zu schmal. Das zeigt sich immer mehr, da der zunehmende Verkehr mit großen und kleinen Kraftwagen immer größer wird und in einigen Jahren wohl ein Verkehrsbild hervorruft, an das wir heute noch nicht einmal denken.“

Das spricht der Bürgermeister von Meersburg – nicht heute, sondern im Jahr 1925. Eine Aussage, die knapp 100 Jahre später nichts an Aktualität verloren hat. So zieht die große Sonderausstellung im vineum bodensee viele Parallelen zu einem vergangenen Jahrzehnt, das gerade zum Gruseln aktuell zu werden scheint. Die Schau im modernen Ausstellungssaal des historischen Dachstuhls im vineum bodensee zeigt anschaulich, wie die große Welt im kleinen Meersburg ihren Niederschlag fand: Inflation, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit waren alltagsbeherrschend. Meersburger Frisöre schnitten den Bubikopf und mit Harriet Straub und Kasia von Szadurska lebten zwei emanzipierte, selbsbewusste und moderne Frauen in der Stadt. Mit der Einrichtung der Fährverbindung wurde ein technischer Traum Wirklichkeit und der Zeppelin gehörte fast schon zum Alltagsbild.

Als eines der Highlights der Ausstellung kann man das erste SABA-Radio bewundern, das 1928 auf den Markt gebracht wurde, einen Verstärker Hann 28, und eine kleine Modell-Autosammlung zeigt die Anfänge der privaten Autolust. Natürlich spielen die Themen Mode und Sport eine wichtige Rolle – Schützenscheiben vom Künstler Waldemar Flaig illustriert und ein Heimtrainer des gut situierten Haushaltes von 1927 verdeutlichen dies. Für Meersburg darf natürlich der „Fremdenverkehr“ nicht fehlen. Ein Werbefilm von 1929 – einer der Schätze des Meersburger Stadtarchivs – wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und eröffnet u.a. spektakuläre Blicke aus einer DO-X hinein in eine vergangene Zeit. Im Mai 2020 hinterließ einer der Söhne der expressionistischen Malerin Kasia von Szadurska der Stadt Meersburg acht Bilder für die Städtische Sammlung. Vier von Ihnen werden nun der Öffentlichkeit am Ort ihrer Entstehung gezeigt.

Ton, Bild, Installation, Inszenierung bis in den 10 m hohen Dachfirst hinein und ein nachdenklich stimmender, theatraler Moment am Ende des Rundgangs lassen die Besucherinnen und Besucher eintauchen in eine vergangene und dennoch vertraute Zeit.
www.vineum-bodensee.de

Fotos: Falk von Traubenberg

Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch

Prominenter Besuch bei Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn
Mit der Sonderausstellung „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“ zeigt das Lindauer Kunstmuseum in diesem Jahr Werke von Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn. Trotz der aktuellen Einschränkungen ist der Besucherzustrom groß und die Resonanz sehr positiv.

Unter den Besuchern waren auch schon ganz prominente Gäste: Zwei Enkel von Otto Modersohn: Antje Modersohn und Prof. Johannes Modersohn haben die Ausstellung besucht und zeigten sich begeistert von der Präsentation in Lindau. Antje Modersohn, die gemeinsam mit Ihrem Mann Rainer Noeres in Fischerhude (bei Bremen) das Otto Modersohn Museum leitet und außerdem Vorstandsmitglied der der Paula Modersohn-Becker Stiftung ist, war vor allem beeindruckt von der Leidenschaft, mit der das Werk von Paula und Otto in Lindau präsentiert wird.
Das Lindauer Kunstmuseum zeigt insgesamt 50 Werke von Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und Otto Modersohn (1865-1943), dem bedeutendsten deutschen Künstlerpaar des frühen 20. Jahrhunderts und führt das faszinierende Thema von Liebe und Kunst im Aufbruch zur Moderne vor Augen. So illustriert die Ausstellung eindrucksvoll, wie es den beiden in der Kunst und im Leben immer wieder gelang, den unvermeidlichen, den Umständen der Zeit geschuldeten Herausforderungen mutig zu begegnen.

Im Bild: Antje Modersohn, die Enkelin von Otto Modersohn, hat in Lindau die Ausstellung „Paula & Otto – Kunst und Liebe im Aufbruch“ besucht und war begeistert von der Präsentation.
www.kultur-lindau.de

Neues Automuseum Wolfegg - Autoausstellung trifft Nostalgieausstellung

Wie wäre es mit einer Zeitreise durch Ihre eigene Jugend? Das neue Automuseum Wolfegg begeistert ganze Familien. Heutige Elterngenerationen sind noch analog aufgewachsen, während ihre Kinder von vornherein in einer digitalisierten Welt aufwachsen.


Neben etwa 85 Autos, 50 Motorrädern und der größten Einradanhänger- Sammlung der Welt, wartet auf die Besucher eine nostalgische Tour durch die 60er, 70er und 80er Jahre. Erinnerungen zwischen Wählscheibentelefon, Minirock, Schreibmaschine, Plattenspieler, Tante- Emma Laden und Camping-Urlaub annimieren jüngere und ältere Besucher Ihren Kindern oder Enkeln von einer anderen Zeit zu erzählen.
Zusätzlich zur permanenten Ausstellung zeigt das Museum regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen. Ab August präsentieren wir eine Schrauberwerkstatt, wie sie vielen Hobby-Schraubern wohl bekannt sein dürfte, sowie ab September eine Ausstellung zum Thema Wankel-Motor.


Bis 8. November, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Fritz-B.-Busch-Weg 1, 88364 Wolfegg
07527 9210390
www.automuseum-wolfegg.de

8. August bis 2. Oktober: Kunst aus dem Allgäu

Alpin-Museum, Kempten: Die traditionsreichste Kunstausstellung der Region bietet der Corona-Pandemie die Stirn und findet – auch ohne das Dach der Allgäuer Festwoche - in diesem Jahr wieder im großen Ausstellungsraum im Alpin-Museum statt.

Durch die verlängerten Öffnungszeiten vom 8. August bis zum 2. Oktober 2020 ist ausreichend Gelegenheit hochaktuelle, zeitgenössische „Kunst aus dem Allgäu“ zu erleben. Die Ausstellung bietet ihren Besucher*innen immer sehr besondere Einblicke in und Perspektiven auf die Allgäuer Kunstszene. Wir laden Sie ein, Werke der Malerei, Fotografie und Grafik sowie Bildobjekte, Plastiken und Skulpturen Allgäuer Künstler*innen zu entdecken. Spüren Sie unter den Ausstellungsstücken Ihr Lieblingswerk auf! Bewundern und diskutieren Sie die Preisträger*innen–Werke! Oder nehmen Sie an unseren Führungen und Workshops teil, die in diesem Jahr in kleinem Rahmen und natürlich unter Einhaltung der Hygienebedingungen stattfinden.
www.kempten.de/ausstellungen und facebook.com/kemptenkultur
Im Bild: Preisträger*innen der Kunstausstellung 2020, v.l. Carin Stoller, Till Schilling, Anna Dorothea Klug-Faßlrinner, Florian Rautenberg; © FOTO SIENZ

6. September bis 1. November: Kind!

Kloster Bad Schussenried: Die Kindheit ist ein eigenes Universum! - das unbekümmerte Spiel, die grenzenlose Phantasie des Kindes, aber auch seine Ängste und Zerbrechlichkeit stehen im Fokus einer großen Themenausstellung im Kloster Schussenried. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die sich immer jünger fühlt, widmet sich die Kuratorin Ricarda Geib der Welt des Kindes in der Kunst – denn schon mit der Geburt beginnt das Altern!

Wie erlebt ein Kind die Welt, wie zart ist seine Seele, wie heiter sein Wesen wirklich? Spannende Themenräume konfrontieren die barocke Architektur des Klosters mit ausgewählter zeitgenössischer Kunst. Installationen, Skulptur, Malerei und Fotografie machen die Spannbreite der Fragestellung zwischen Zuckerwatte und Hausarrest, wildem Spiel und einsamen Ängsten sichtbar. Warum erinnern wir uns oft mit Wehmut und Sehnsucht an das vermeintlich Unbekümmerte des Kind-Seins? Solch prägenden Fragen wird in großen Inszenierungen nachgegangen.
Für die Ausstellung suchen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Familienporträts aus der Region. In einem eigenen Galerieraum im Konventbau sollen die eingesandten Familienbilder aus Oberschwaben zu sehen sein – neben zeitgenössischen Werken zu den Themen Kind und Kindheit, von teils international tätigen Künstlerinnen und Künstlern. Bis einschließlich 10. August sind Kinder und Erwachsene aus Oberschwaben aufgerufen, die schönsten Familienaufnahmen aus ihren Alben einzureichen – von damals und heute. Die drei schönsten Aufnahmen erhalten einen Preis.
www.kloster-schussenried.de