bis 20. Oktober: André Ficus - gestern ist nirgendwo

Galerie Rotes Haus, Meersburg: Otto Dix gab ihm den Rat, den Bodensee zu verlassen – hier könne man als Maler keinen Erfolg haben. Doch André Ficus blieb, sein Leben lang. Der gebürtige Berliner haderte mit seinem Wohnort – vielleicht sein Leben lang.


Gefeiert wurde Ficus vor allem für seine atmosphärischen Bodensee-Aquarelle. Seine Vorliebe galt dem Süden: Er malte Italien und Frankreich und später auch die USA. Ficus‘ menschenleere Landschaften sind von melancholischer Poesie. 100 Jahre alt wäre André Ficus in diesem Jahr geworden – aus diesem Anlass zeigt die Galerie Bodenseekreis eine spannende Retrospektive. Die Ausstellung, die von einem umfangreichen Katalog begleitet wird, wagt einen neuen Blick auf Ficus, der zu den prägendsten Künstlerpersönlichkeiten der Bodensee-Region gehört. Den Impuls zu dieser neuen Lebenserzählung gab der überraschende Fund eines Briefwechsels im Stadtarchiv Friedrichshafen, den der Maler mit einem Freund über 50 Jahre hinweg führte. Stets war er auf der Flucht in ein Land der Erinnerung, das er aber nicht finden konnte: Gestern ist nirgendwo.
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