Bis 24. Februar: Martha Jungwirth. Panta Rhei

Ausstellungen im Kunstmuseum Ravensburg: Mit der Einzelausstellung von Martha Jungwirth (*1940, Wien) präsentiert das Kunstmuseum Ravensburg die bislang umfassendste Ausstellung einer der bedeutendsten österreichischen Künstlerinnen in Deutschland.

Jungwirths farbmächtige Bildwelten oszillieren zwischen gestischer Abstraktion und Gegenständlichkeit. Ihre kleinformatigen bis monumentalen Aquarell- und Ölbilder zeigen die Ergebnisse eines komplexen Transformationsprozesses, in dem die wahrgenommene Realität nicht reproduziert, sondern in ein eigenständiges, atmosphärisches Äquivalent aus Farb- und Formkompositionen überführt wird. Die Werkschau umfasst Schlüsselwerke aus den 1970er Jahren bis heute und setzt einen Schwerpunkt bei Jungwirths Aquarellen, deren koloristische Variationsbreite sie von Anbeginn ihres Schaffens auslotet. Anfang 2018 wurde Jungwirth mit dem renommierten Oskar-Kokoschka-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, das die Albertina in Wien in einer Retrospektive vorstellte.
Martha Jungwirths eindrückliche Malereien sind sinnliche Notationen von Gesehenem und Erfahrenem. Impulsgeber sind sowohl Eindrücke von Reisen oder Freunden wie auch Abbildungen politischer Ereignisse, kunsthistorischer Gemälde und die griechische Mythologie. Im Zusammenspiel von Erinnerung, aktueller Sinneswahrnehmung und Emotion entstehen pulsierende Farbräume, in welchen die gegenständlichen Referenzen partiell aufscheinen. »Wenn die äußere Bewegung, die Körperbewegung und die innere Bewegung zusammentreffen und wenn dieses Zusammentreffen glückt, dann geht die Malerei los«, so die Künstlerin 1994. Jungwirths intuitiver, dynamischer Malprozess schließt den kontrollierten Zufall ein und bleibt stets sichtbar.